Wie beeinflusst die physikalisch-biogeochemische Kopplung den Stickstoffkreislauf in der Arktis?

 

25.05.2018

Wie beeinflusst die physikalisch-biogeochemische Kopplung den Stickstoffkreislauf in der Arktis?

Anya M. Waite hält einen Vortrag im Rahmen der Marie-Tharp Lecture Series. Foto: Jan Steffen/GEOMARProf. Dr. Katja Matthes (links) und Prof. Dr. Christa Marandino (rechts) vom GEOMAR Women's Executive Board begrüßen Anya M. Waite (Mitte). Foto: Jan Steffen/GEOMAR

25.5.2018/Kiel. Die Biomasse im Ökosystem des Arktischen Ozeans ist von bioverfügbaren Stickstoff (N) -Konzentrationen begrenzt. Im Sticktstoff-Zyklus der Arktis sind jedoch nach wie vor wichtige Details unbekannt, insbesondere im Zusammenhang mit der biogeochemisch-physikalischen Kopplung im globalen Wandel.

Prof. Dr. Anya Waite, Leiterin der Sektion Polarbiologische Ozeanographie des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), untersucht das aktuelle Verständnis neuer N-Flüsse in die Arktis und innerhalb der Arktis. Sie und ihre Gruppe bewerten das Potenzial für neue physikalische und biogeochemische Daten, um Schätzungen der aktuellen und zukünftigen Stickstoff-Flüsse einzuschränken. In dieser Woche stellte sie im Rahmen der Marie-Tharp-Vortragsreihe am GEOMAR relevante Stickstoffeinträge vor, darunter N2-Fixierung, Doppeldiffusion, turbulente Vermischung, Remineralisierung von allochthonem gelöstem organischem Material und submesoskalige und mesoskalige Prozesse. Den Zuhörerinnen und Zuhörern stellte sie dabei die Arbeit ihrer Gruppe vor, die die Skalen identifiziert, in denen die physikalisch-biogeochemische Kopplung für die N-Injektion und den Export von neuem Stickstoff in und aus der euphotischen Zone besonders wichtig ist.

Nach ihrem Biologiestudium an der Dalhousie Universität promovierte Prof. Dr. Anya M. Waite 1992 an der Universität von British Columbia in Biologischer Ozeanographie. Nach ihrer Promotion zog es sie als Postdoktorandin nach Woods Hole (USA) und nach Neuseeland, bevor sie 2011 ihre erste Professur an der University of Western Australia annahm. Seit 2014 ist Anya Waite Professorin in Deutschland und ist derzeit mit dem AWI, der Universität Bremen und dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie assoziiert. Sie wird das nächste Kapitel ihrer Karriere als Direktorin des Ocean Frontiers Institute an der Dalhousie University in Halifax, Kanada, beginnen. Prof. Waite ist derzeit in zahlreichen internationalen Gremien tätig und hat zahlreiche Auszeichnungen für ihre herausragende Forschung und Lehre erhalten.

Die „Marie Tharp Lecture Series“ wird vom Women's Executive Board (WEB) des GEOMAR veranstaltet. Dazu lädt das WEB international renommierte Wissenschaftlerinnen ein, die einerseits ihre wissenschaftlichen Arbeiten in Kiel präsentieren, gleichzeitig aber auch als Vorbild für Nachwuchswissenschaftlerinnen dienen. Wie auch bei den vergangenen Vorträgen fand neben dem öffentlichen Fachvortrag ein Get-Together nur für Wissenschaftlerinnen statt. Dort können sich junge Forscherinnen mit den erfahreneren Kolleginnen austauschen und mögliche Karrierepfade diskutieren.