Von der Ostsee bis in die Südsee

 

13.06.2018

Von der Ostsee bis in die Südsee

Am Freitag, 22. Juni, öffnet das Forschungsschiff ALKOR seine Decks und Labore für Besucher. Foto: Sarah Kaehlert/GEOMARAuge in Auge mit Tiere der Nord- und Ostsee - beim Open Ship auf FS ALKOR kein Problem. Foto: Jan Steffen/GEOMAREinblicke in die faszinierende Welt des Planktons. Foto: Jan Steffen/GEOMARDas Projekt UDEMM informiert beim Open Ship über Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee. Foto: Jan Steffen/GEOMAR

13.06.2018/Kiel. Gibt es Korallenriffe in der Ostsee? Wie untersucht man die Verbreitung von Mikroplastik im Ozean mit Hilfe von Segel-Rennyachten? Was untersuchen Forschende aus Kiel mit einem Bohrschiff vor Neuseeland? Auf diese und noch viele Fragen mehr bieten der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel während der Kieler Woche Antworten. Ein vielfältiges Programm gibt Einblicke in die Erforschung der Meere vor unserer Haustür und der Ozeane weltweit.

Ein neu gestaltetes Programmheft, eine neue Webseite – schon im Vorfeld ist deutlich zu sehen, dass die Kieler Woche 2018 anders wird als ihre Vorgängerinnen. Doch natürlich gibt es auch Konstanten. Eine davon lautet: Die Kieler Meereswissenschaften dürfen bei einem so großen maritimen Fest nicht fehlen. Mit einem vielfältigen Programm bieten der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel Einblicke in ihre Aktivitäten und aktuelle Themen der Forschung in allen Weltmeeren.

Die traditionellen meereswissenschaftlichen Kieler-Woche-Vorträge beschäftigen sich in diesem Jahr mit Riffen. Die International Coral Reef Initiative (ICRI) hat 2018 zum Internationalen Jahr des Riffs ausgerufen, um Menschen weltweit für diese speziellen Lebensräume zu begeistern. Bei den Kieler-Woche-Vorträgen geht es aber nicht nur um bekannte tropische Korallenriffe wie das Great Barrier Reef. Die Referentinnen und Referenten zeigen auch die unbekanntere Welt von Kaltwasserkorallen in mehreren hundert Metern Wassertiefe, neue Technologien zur Erforschung dieser Riffe, wie man mithilfe von Korallen Meeresspiegelschwankungen über tausende von Jahre verfolgen kann und nicht zuletzt wie Riffe in Nord- und Ostsee entstehen.

Von Samstag, 16.6., bis Dienstag, 19.6., präsentiert sich das Forschungsnetzwerk „Ozean der Zukunft“ außerdem im Zelt „kieler uni live“ der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel an der Kiellinie. Hier können sich Gäste zum Beispiel informieren, wie die Wissenschaft den Ozean beobachtet oder wie sehr unsere Meere mit Müll belastet sind. Beide Themen verbindet ein Projekt, das besonders gut zum Segelevent Kieler Woche passt: Kieler Meeresforscher haben Rennyachten des Volvo Ocean Race mit Sensoren ausgestattet, um ozeanografische Daten, aber auch die Verteilung von Mikroplastik rund um den Globus zu messen. Projektleiter Dr. Toste Tanhua stellt das Vorhaben am Dienstag, 19.6., am „Ozean der Zukunft“-Stand vor. Mehrere Citizen-Science-Projekte bieten den Gästen darüber hinaus die Möglichkeit, die Forschung aktiv zu unterstützen.

Am Mittwoch macht der „Ozean der Zukunft“ im „kieler uni live“-Zelt Platz für das Projekt BASE-LiNE Earth. Sein Ziel ist es, 500 Millionen Jahre Ozeangeschichte mit Hilfe der Kalkschalen von Brachiopoden zu rekonstruieren. Klingt kompliziert? Ist es auch, doch das Team erklärt seine Methoden und bisherige Ergebnisse sehr anschaulich anhand einfacher Modelle und Experimente.

Beim beliebten „Open Ship“ auf dem Forschungsschiff ALKOR am Freitag, 22.06., können die Besucherinnen und Besucher den typischen Arbeitsplatz von Meeresforschern näher kennenlernen, vom offenen Arbeitsdeck bis zu den Laboren im Schiffsinneren. Die Aktion „Was lebt denn da im Meer?!“ zeigt Organismen aus Nord- und Ostsee wie Seesterne, Krebse und kleinere Fische, aber auch winziges Plankton. Munitionsaltlasten im Meer und die Erhebung von Daten mit Rennyachten des Volvo Ocean Race sind weitere Themen beim Open Ship. Als besonderer Höhepunkt ist um 15 Uhr eine Live-Video-Schaltung zu einem GEOMAR-Forscher und einer GEOMAR-Forscherin geplant, die derzeit vor Neuseeland an Bord des Bohrschiffs JOIDES RESOLUTION einen aktiven Unterwasservulkan untersuchen. Ab 14:40 Uhr gibt der Vulkanologe Dr. Jörg Geldmacher eine kurze Einführung in das Thema der Expedition.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos und bedürfen keiner Anmeldung.

Alle Veranstaltungen auf einen Blick:


Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ bei „kieler uni live“ an der Kiellinie
Samstag, 16.6., bis Dienstag, 19.6., jeweils 12 bis 18 Uhr
Tagesschwerpunkte:

  • Samstag 16.06.:
    AquaCubes/Sustainable Food: nachhaltige Aquakultur-Entwicklung
  • Sonntag 17.06.:
    Plastikpiraten: Citizen Science Projekt zu Mikroplastik im Meer
  • Montag, 18.06.:
    EcoMap: EU-Projekt zur Umweltkartierung und zum Umweltmonitoring in der Ostsee/Mikroplastik an unseren Küsten: die erste fundierte Untersuchung zur Belastung der schleswig-holsteinischen Ostseeküste mit Mikroplastik
  • Dienstag, 19.06.:
    Volvo Ocean Race: Ozeanbeobachtung an Bord von Rennyachten

Projekt BASE-LiNE Earth bei „kieler uni live” an der Kiellinie
Mittwoch, 20.6., bis Freitag, 22.6., jeweils 12 bis 18 Uhr

Kieler Woche Vorträge  (Flyer als pdf zum Download):

  • Montag,18.6., 18 Uhr: Dr. Janina Büscher (GEOMAR):
    Kaltwasserkorallen - die verborgenen Schönheiten der Tiefe
  • Dienstag, 19.6., 18 Uhr: Prof. Dr. Anton Eisenhauer (GEOMAR):
    Korallenriffe berichten über die Meeresspiegelschwankungen der letzten Jahrtausende
  • Mittwoch, 20.6., 18 Uhr: Dr. Klaus Schwarzer, (Institut für Geowissenschaften der CAU/Future Ocean):
    Riffe in Nord­ und Ostsee: der etwas andere Lebensraum
  • Donnerstag, 21.6. 18 Uhr: Prof. Dr. Christian Dullo (GEOMAR):
    Mit Weltraumtechnik in die Tiefsee: Fortschritte in der Erkundung der Kalt­ und Tiefwasserkorallenriffe
  • Freitag, 22.6., 18 Uhr: Dr. Marlene Wall (GEOMAR):
    Korallenriffe im Klimawandel: Bedrohte Baumeister der Meere

Open Ship auf FS ALKOR
Freitag, 22.6., 10 bis 17 Uhr
mit der Aktion „Was lebt denn da im Meer?!“, den Projekten UDEMM (Munition im Meer), Datenerhebung mit Volvo-Ocean-Race-Yachten und Live-Übertragung vom wissenschaftlichen Bohrschiff JOIDES RESOLUTION vor Neuseeland (ab ca. 14:40 Uhr)

Kontakt:
Friederike Balzereit (Ozean der Zukunft, Öffentlichkeitsarbeit), Tel.: 0431 880-3032, fbalzereit(at)uv.uni-kiel.de 
Jan Steffen (GEOMAR, Kommunikation & Medien), Tel.: 0431 600-2811, presse(at)geomar.de