Woran forscht ihr denn so?

 

10.07.2018

Woran forscht ihr denn so?

Hatten Spass: die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des FB1. Foto: A. Villwock, GEOMAR.

10.07.2018/Kiel. Der wissenschaftliche Nachwuchs des Forschungsbereichs 1 (Ozeanzirkulation und Klimadynamik) des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel traf sich zu einer eintägigen Klausur, um Expertise und Erfahrungen auszutauschen und die Kommunikation zwischen den Forschergruppen zu verbessern.

Man sieht sich: Auf Konferenzen, Workshops oder Projekttreffen. Der Austausch und das Netzwerken zwischen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des GEOMAR und externen Forschergruppen ist auf internationaler Ebene kein Problem. Doch wie sieht es im eigenen Hause aus? Innerhalb der Arbeitsgruppen und Forschungseinheiten funktioniert das auch gut, aber schon innerhalb eines thematisch breit aufgestellten Forschungsbereichs, wo die Forschenden auch noch auf verschiedene Standorte verteilt sind, könnte die Kommunikation besser sein.

Deshalb traf sich am GEOMAR jetzt der wissenschaftliche Nachwuchs (ECS, Early Career Scientists) des Forschungsbereichs 1 (Ozeanzirkulation und Klimadynamik) zu einer eintägigen Klausur. 

„Im FB1 wird ein sehr breites Themenfeld bearbeitet, von atmosphärischen Prozessen in der Maritimen Meteorologie über Ozeanbeobachtungen in der Physikalischen Ozeanographie, dem Blick in die Klimageschichte in der Paläozeanographie bis hin zu Ozean- und Klimamodellierung in der Forschungseinheit Theorie und Modellierung“, sagt Dr. Annika Reintges, eine der Organisatorinnen des Treffens aus dem Bereich der Maritimen Meteorologie. „Zum einen können wir inhaltlich viel voneinander lernen, zum anderen uns auch über Methoden und Anwendungen austauschen“, so Reintges weiter. Die wissenschaftlichen Prozesse von Einzelnen und ganzen Gruppen können erheblich vereinfacht und sogar verbessert werden, wenn Lösungen von Problemen und Informationen über anstehende Konferenzen und neueste Publikationen ausgetauscht werden. Außerdem können durch einen guten Austausch im Falle von paralleler Bearbeitung ähnlicher Themen daraus resultierende Konflikte vermieden werden.

„Und darüber hinaus gibt es da noch Herausforderungen wie das Schreiben von Publikationen und Forschungsanträgen, Karriereplanung oder technische und administrative Schwierigkeiten“, erläutert Dr. Gereon Gollan aus dem Bereich Theorie und Modellierung.

Genügend Gründe also für eine Gruppe von ECSs zusammen zu kommen, um die Vernetzung innerhalb ihres Forschungsbereichs zu verbessern. „Dafür haben wir Informationen über die Themenbereiche der verschiedenen Arbeitsgruppen gesammelt und untereinander zur Verfügung gestellt, Kanäle zur informellen Kommunikation hergestellt und, nicht zuletzt, das erste Meeting zwischen ECSs aus allen Bereichen des FB1 organisiert“, sagt Sabine Haase Doktorandin aus der Maritimen Meteorologie. 

Letzteres fand am 10. Juli 2018 mit mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Ostufercampus des GEOMAR statt. Zunächst stellten Vertreter der Integrated School on Ocean Sciences (ISOS) und Post-Doktoranden Vertretung (IMAP) des Exzellenzclusters Ozean der Zukunft vor, welche Möglichkeiten sie anbieten. Danach präsentierten Vertreter der verschiedenen Arbeitsgruppen des FB1 ihre Forschungsfelder und gängige Methoden ihrer Gruppen. Hier zeigte sich einerseits die herausragende Vielfalt der ECSs innerhalb des FB1, andererseits aber auch ein großes Potential für Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. In Kleingruppen wurden verschiedene Themen, wie das Bekanntmachen von Forschungsergebnissen, Reproduzierbarkeit und Zugänglichkeit von Daten oder der politische und soziale Einfluss wissenschaftlicher Arbeit diskutiert. Die Ergebnisse dieser Diskussionen wurden danach im Plenum zusammengetragen, schriftlich festgehalten und werden, als erster Schritt zur Verbesserung, unter allen teilnehmenden ECSs verbreitet. Auch der gesellige Teil kam nicht zu kurz. Zum Abschluss konnten bei Quiz, Wikingerschach und gemeinsamem Grillen die Diskussionen über Themen des Tages und zur Fortsetzung des Netzwerks weiter vertieft werden.

„Wir werden die Ergebnisse unseres Workshops jetzt an die Leiter der Arbeitsgruppen und das Datenmanagement kommunizieren“, sagt Annika Reintges. Erste Verbesserungen in der Kommunikation bestehen aus einem Email-Verteiler für die ECSs des FB1, der Nutzung eines Online-Nachrichtendienstes und der Bereitstellung inhaltlicher Informationen. Diese Möglichkeiten sollen in Zukunft aktiv beworben werden, besonders unter den ECSs, die neu am GEOMAR anfangen. „Aus unserer Sicht ist das diesjährige Treffen der ECSs ein großartiger Start und wir sind zuversichtlich, dass die Initiative in Zukunft weiter wachsen und zu regelmäßigen Treffen dieser Art führen wird“, so Dr. Reintges abschließend.