Ehrendoktorwürde für William W. Hay

 

31.05.2019

Ehrendoktorwürde für William W. Hay

Kamen anlässlich der Verleihung an der Universität Boulder zusammen (v.l.): Prof. Roland von Huene, Prof. Jörn Thiede, Bettina Schuffert, Prof. William Hay, Prof. Frank Kempken, Prof. Wolf-Christian Dullo, Dr. Chris Wold. Foto: Uni Kiel.Dekan Prof. Frank Kempken verlieh die Ehrendoktorwürde der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der CAU. Wie in den USA üblich, trug er dabei einen klassischen Talar mit Dekanshut, der noch aus der Gründungszeit der Fakultät stammt. Foto: Uni Kiel.

31.05.2019/Boulder/Kiel. Der Geologe Dr. William W. Hay, ehemaliger Professor für Geologie am Forschungszentrum für marine Geowissenschaften der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (heute GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel), wurde mit der Ehrendoktorwürde der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts Universität zu Kiel geehrt. Die Übergabe der Auszeichnung fand am 30.05. in Boulder, USA statt.

Pressemitteilung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Am Donnerstag, 30. Mai, verlieh Professor Frank Kempken, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), den Titel eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber an Dr. William W. Hay, Professor für Historische Geologie aus Boulder, USA. Die Ehrung wurde Hay zuteil für sein unermüdliches und außergewöhnlich erfolgreiches Engagement in der Entwicklung der marinen Geowissenschaften und der Paläoklimatologie. Als Pionier der Erforschung des künftigen Klimawandels und der Rekonstruktion vergangener Klimaszenarien unter veränderten Paläogeographischen Bedingungen hat Hay weit über die nationalen Grenzen hinaus gewirkt und insbesondere in Kiel zur Stärkung der marinen Geowissenschaften beigetragen.

Während der feierlichen Zeremonie, die in den USA stattfand, sagte William W. Hay: „Mein Aufenthalt in Kiel an der CAU und am GEOMAR war eine der schönsten Zeiten in meinem Leben. Hier lernte ich viele wissenschaftliche Freunde kennen: Roland von Huene, Jörn Thiede, Wolf-Christian Dullo und  Erwin Suess.“

William Hay kann auf eine erfolgreiche akademische Karriere zurückblicken, die sich oft in enger Beziehung zu europäischen Partnern entwickelte. Bereits während seiner Studienzeit besuchte er die Ludwig-Maximilians-Universität in München und die Universität Zürich. Er übernahm Professuren an der Universität von Illinois in Urbana sowie an der Rosenstiel Schule für marine und atmosphärische Wissenschaften (RSMAS) an der Universität von Miami, wo er auch zum Direktor und Dekan aufstieg. 1979 bis 1982 nahm er als Präsident der „Joint Oceanographic Institutions, Inc.“ in Washington großen Einfluss auf das größte und erfolgreichste marine Forschungsvorhaben aller Zeiten: die Etablierung und Durchführung von Tiefseebohrungen zur Erkundung der Eigenschaften und der Geschichte des Untergrundes des Weltozeans. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts kehrte er nach Europa zurück. Von 1999 bis 2002 war er Professor am Forschungszentrum für Marine Geowissenschaften der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (heute GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel). Weitere Forschungsanufenthalte führten ihn an das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) sowie u.a. die Universitäten Wien, Greifswald, Utrecht. „Er hat damit großen Einfluss auf die erfolgreiche Entwicklung der Marinen Geowissenschaften in Europa gewonnen“, betonte Kempken bei der Verleihung. Sein wissenschaftliches Vermächtnis veröffentlichte Hay in dem über 800 Seiten langen Buch „Experimenting on a Small Planet“ (Springer Verlag).