Grundwasser am Meeresboden

 

15.07.2019

Grundwasser am Meeresboden

Teilnehmer der Sommerschule. Foto: Bradley Weymer, GEOMAR.Studenten bei der Feldarbeit mit Students mit Dr. Mark Everett (TAMU). Foto: Bradley Weymer, GEOMAR.

15.07.2019/Msida/Kiel.Die Suche und Erschließung von Grundwasserkommen am Meeresboden erlangt in trockenen Küstenregionen eine immer höhere Bedeutung. Studierende und Dozenten aus 12 Ländern trafen sich vom 1.-5. Juli auf Malta zu einer maltesisch-deutschen Sommerschule zu diesem Themenfeld. Die Sommerschule wurde vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel mit organisiert.

Offshore-Grundwasser als potenzielle Ressource zur Linderung des Wassermangels erlangt in vielen ariden Küstenregionen zunehmende Bedeutung. Malta ist eines der zehn am stärksten durch Wassermangel gefährdeten Länder der Welt. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Grundwasser (Süßwasser) vor der maltesischen Küste vorkommt. Es ist jedoch nicht bekannt, wie viel dieser lebenswichtigen Ressource unter dem Meeresboden liegt.  

Vom 1.-5. Juli veranstalteten die Gruppe für Meeresgeologie und Meeresbodenvermessung an der Universität Malta und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel eine Sommerschule mit dem Titel „Understanding marine hydrogeology through the lens of geophysics: Bridging the gap across the coastal zone“, um Studierende in einen offenen Dialog über diese gesellschaftlich und ökologisch wichtigen Fragen einzubeziehen. Die Sommerschule wurde gemeinsam durch zwei internationale Forschungsprojekte unterstützt: SMART (https://smart.geomar.de/) und MARCAN (www.marcan.eu). Beide Projekte untersuchen derzeit Schlüsselfragen zum Offshore-Grundwasser und werden von der Helmholtz European Partnering Initiative bzw. dem European Research Council (ERC) finanziert. 

Die Sommerschule wurde auf dem Campus der Universität von Malta - Msida veranstaltet. Promovierende und Dozenten aus 12 Ländern mit unterschiedlichem kulturellem und wissenschaftlichem Hintergrund nahmen teil. Das Thema der Sommerschule konzentrierte sich auf die Vor- und Nachteile geophysikalischer Methoden, die einen Blick unter den Meeresboden ermöglichen, um die Gesamtposition und -geometrie von Offshore-Aquiferen abzubilden. Die Studierenden lernten aktiv wichtige Theorien und Anwendungen dieser Methoden kennen, die zur Förderung der Grundwasserforschung entlang der maltesischen Küste eingesetzt werden können.

Dr. Rob Evans von der Woods Hole Oceanographic Institution, USA, hielt eine Reihe von Vorlesungen über die Verwendung elektromagnetischer Methoden, die eine der Schlüsseltechnologien zum Nachweis von Offshore-Grundwasser darstellen, und Dr. Mark Everett von der Texas A & M University, USA, lieferte die geophysikalischen Instrumente für die Feldexperimente.

Während der Sommerschule diskutierten Studenten und Dozenten auch intensiv darüber, wie Wissenschaftler besser mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung interagieren können, um einen Leitfaden für bewährte Verfahren zu entwickeln, wie und ob Offshore-Grundwasser nachhaltig genutzt werden kann, um Küstengemeinden wie Malta, denen das Süßwasser ausgeht, zu helfen.

Kontakt:

Dr. Andreas Villwock (Kommunikation & Medien), Tel.: 0431 600 2802, presse(at)geomar.de