Von den Küsten in die Tiefsee

 

20.09.2019

Von den Küsten in die Tiefsee

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom GEOMAR bei der OceanObs'19-Konferenz: Christian Berndt, Aaron Micallef, Tobias Steinhoff, Josefine Herrford, Martin Visbeck, Toste Tanhua, Anne-Catrin Wölfl (v.l.n.r.)Foto: Sandra Ketelhake/KDMProf. Dr. Martin Visbeck war Mitglied im Organisationskomitee der OcenObs'19. Foto: Sandra Ketelhake/KDM

20.09.2019/Honolulu. Der Ozean spielt alleine wegen seiner Größe und seines Volumens eine entscheidende Rolle für das Klima, Stoffkreisläufe und das gesamte Leben auf der Erde. Gemessen an dieser Bedeutung ist das Wissen über Vorgänge auf und in den Meeren aber immer noch zu lückenhaft. In dieser Woche trafen sich daher mehr als 1300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 74 Staaten in Honolulu auf Hawaii zur OceanObs’19 Konferenz. Sie diskutierten über Möglichkeiten, die bestehenden Ozeanbeobachtungssysteme weiterzuentwickeln, besser aufeinander abzustimmen und die Daten einfacher für Nutzer wie die Wissenschaft, Politik, die Wirtschaft oder Nichtregierungsorganisationen zur Verfügung zu stellen.  

Auch die deutsche Meeresforschung war stark auf der OceanObs'19 vertreten. Alleine vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel nahmen acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Konferenz teil. Als Mitglied im Organisationskomitee hatte der Ozeanograph Prof. Dr. Martin Visbeck vom GEOMAR die Struktur und Organisation der Veranstaltung maßgeblich unterstützt.


Das am GEOMAR koordinierte Projekt AtlantOS hatte zudem spezielle Workshops zu den Bedarfen von Nutzern der aus dem Ozean gewonnenen Daten veranstaltet. Ein weiterer Schwerpunt war die Förderung und Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses. „Wir sitzen alle im selben Boot und alles Wissen, alle Ideen zählen. Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, dass interessierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur exzellent in ihrer Forschung sind, sondern durch die erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr in die nationalen, europäischen und internationalen Prozesse, wie die UN Dekade für Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung 2021 – 2030, einbezogen werden, um das große Ganze zu sehen. Die OceanObs’19 hat einen guten Beitrag dazu geleistet“, sagt Sandra Ketelhake vom Konsortium Deutsche Meeresforschung und dem Projektkoordinierungsteam AtlantOS.


„Insgesamt konnten wir während der Konferenz verschiedene Ziele identifizieren, die die globale Ozean-Beobachtungs-Community in den nächsten Jahren intensiv verfolgen wird. Dazu gehört unter anderem, die Beobachtungen von den Küsten weiter in die Tiefsee zu bringen, aber auch Ozeanbeobachtungen noch mehr als bisher an den kritischen Bedürfnissen der Menschheit auszurichten“, betont Martin Visbeck. Die zehn wichtigsten Ziele und Maßnahmen veröffentlichten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer gemeinsamen Abschlusserklärung.